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Arbeiterkolonie (Haus Maria Veen)

Das hohe Verdienst der ersten Anregung und der vorbereitenden Arbeiten für die Gründung der Arbeiterkolonie gebührt dem Grafen Maximilian von Landsberg- Velen und dem Pfarrer Hermann Harrier zu Groß-Reken. Die wirtschaftliche Not der Einwohner der Gemeinde Groß-Reken nach Kräften zu heben, war stets das Bestreben des edlen, weitblickenden Pfarrers. Es war ihm ohne weiteres klar, dass dieses Ziel ohne Aufschluss der weiten zur Gemeinde Groß-Reken gehörigen Moorflächen schlechthin nie erreicht werden könnte. „Leben ins Moor zu bringen“ war das Ziel, dem sein Denken und Streben galt. Doch wie? Gelegentlich der Besichtigung einer Neukultur, der sogenannten Pastoratswiese „Aestenbrock“ im Groß-Rekener Venn, durch den Grafen M. von Landsberg-Velen und den Pfarrer Harrier tauchte zuerst der Gedanke auf an die Gründung einer Arbeiterkolonie im Groß-Rekener Venn nach Bodelschwingh'schem Muster.
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 Pfarrer Herrmann Harrier  Dr Maximilian Graf von Landsberg-Velen

Pastor v. Bodelschwingh hatte bereits früher eine Kolonie für arbeitslose Männer in Wilhelmsdorf bei Bielefeld ins Leben gerufen und zwar auf protestantischer Grundlage. Bis zum Jahre 1887 waren daher auch unsere katholischen arbeitslosen Männer auf protestantische Arbeiterkolonien angewiesen. Ob nicht eine katholische Arbeiterkolonie für katholische Arbeitslose zweckmäßig im Groß-Rekener Moor angelegt werden könnte? Diese Frage wurde bei der oben erwähnten Besichtigung der Pastoratswiese zwischen oben genannten Herren reiflich diskutiert, ihre Erörterung gelegentlich der Installation des Pfarrers Rose zu Velen am 1. August 1886 fortgesetzt und daselbst endgültig in bejahendem Sinne beantwortet durch den definitiven Entschluss, Schritte zur Gründung einer katholischen Arbeiterkolonie im Groß-Rekener Moor zu tun. In konsequenter Verfolgung ihres Zieles mussten die beiden Gründer nun dazu übergehen, einen geeigneten Platz für die Errichtung der Anstalt zu suchen. Ausgerüstet mit frischem Wagemut durchkreuzten sie das ganze Groß-Rekener Moor von der Halterner bis zur Coesfelder und Borkener Grenze, d. h. soweit die ausgedehnten Moore und Sümpfe überhaupt passierbar waren. Als der geeignetste Platz erwies sich schließlich die äußerst versumpfte Gegend zwischen Niehueseners Kotten und Heubach an der Bahnstrecke Oberhausen-Rheine und zwar aus dem Grunde, weil für die Aufschließung des weiten Moores auf Dülmen zu hier zunächst mit der Entwässerung begonnen werden müsste; zudem bestand die Aussicht, für die neu zu gründende Kolonie eine Haltestelle zu erhalten.

Unmittelbar nach der Bestellung der Kolonieleitung begann der Vereinsvorstand mit dem Ankauf der zu kultivierenden Ödländereien. Zunächst wurde der sogenannte Niehuesers Kotten mit den umliegenden Parzellen erworben, im Ganzen ein Areal von 76 Hektar 65 Ar für eine Gesamtsumme von 29 490 M.

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 Die erste Niederlassung der Trapisten in Maria-Veen

Recht heiter muss die Einrichtung des vorerwähnten armseligen Kötterhauses zu Kloster und Kolonie-Verwaltungsgebäude gewesen sein. Statt des nach Nord- Osten gelegenen Scheunentores wurden eine kleinere Tür und drei Rundbogen- fenster in der Giebelwand angebracht; Tenne und Kuhstall wurden ausgeräumt, und die Anstalts- und Klosterkirche mit romanischen Fenstern und gotischem Gewölbe (Dachsparren) war fertig. Der südwestliche Teil des Niehuesers Kotten, Wohnräume, Schweinestall und Dachboden avancierten zu Priors Wohnung, Speisesaal, Schlafsaal usw. Zwei aufgehende, durch eine Blechplatte verbundene Balken, unter welchen ein gesprungenes Glöckchen angebracht wurde, nannte man vornehm Glockenturm.
Noch geringere Mühe verursachte die Beschaffung des nötigen Inventars. Ein paar Tische und Stühle, sowie einige Strohsäcke für die Nachtruhe der Ordensleute wurden herbeigeschleppt, somit war unter Hinzurechnung des noch Fehlen- den alles für den Einzug der Kolonieleitung aufs vollkommenste eingerichtet. Der Einzug der Ordensleute in ihr primitives Kloster erfolgte denn auch schon am 24. Juni 1888; gegen Abend desselben Tages zog P. Anselmus als Superior und Kolonievorsteher mit noch 4 Ordensbrüdern, begleitet vom Pfarrverwalter Harrier in die Neugründung.
Ende des Jahres konnten bereits 30 Kolonisten (Nichtsesshafte) in einer ausgebauten Baracke aufgenommen werden Sofort wurde mit der Anlage eines 15 Morgen großen Gemüsegartens „begonnen Im Frühjahr 1889 platzte man dort 500 Apfelbäume. Gleichzeitig konnte der Kotten Vennemann gekauft werden, wohin der Kolonievorsteher sein Büro verlegte.

Bereits am 2. Februar 1890 konnten die Trappisten in ein neues Kloster und Kolonie- Verwaltungsgebäude einziehen. 1891 wurde ein festes Unterkunftshaus mit Krankenstube und Schlafsaal erbaut. Ein Schweinestall folgte und im Jahr danach der Kuhstall, der 100 Stück Rindvieh aufnehmen konnte, 1906 ein Pferdestall, 1907 eine Scheune, und 1914/15 Schmiede, Klempnerei und Remise.

Laut Statuten hatte der Verein für Katholische Arbeiter-Kolonien sich auch, der Trinkerfürsorge zu widmen. Zu diesem Zwecke errichtete man an der anderen Seite der Eisenbahnlinie im Jahre 1903 den Bernardus- und 1913-14 den Benediktushof In ihnen Wurden Alkoholsüchtige einer Entwöhnungskur unterzogen. 1925 übernahm die St.Josefsgesellschaft beide Häuser und errichtete darin ein Heim für körperbehinderte Kinder.

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  • Benediktushof
 Bernadushof 1902  Benediktushof
Aufgrund der erhöhten Nachfrage wurde das Haus 1926 um mehrere Gebäude erweitert. Hierbei entstand auch der Heidehof, das älteste, heute noch existierende Gebäude.
  • Heidehof
  • Heidehof_heute
 Heidehof Heidehof heute

Im zweiten Weltkrieg entzogen die Nationalsozialisten den Trappisten die Leitung und setzten einen ihrer Parteifunktionäre ein. Während der Kriegszeit wurden zunächst Soldaten und zu einem späteren Zeitpunkt eine SS-Verfügungstruppe einquartiert. Danach war Maria Veen ein Gefangenenlager für französische Kriegsgefangene. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus Maria Veen zunächst mit durchziehenden Truppen belegt und diente als Durchgangslager für Ostvertriebene. Für zurückbleibende kranke und alte Menschen wurde ein Hilfskrankenhaus und ein Altenheim errichtet. Die Einrichtung nahm danach seine eigentliche Bestimmung hauptsächlich wieder auf.
In der nachfolgenden Zeit wurde das Haus Maria Veen weiter ausgebaut, und es wurden neue Plätze im Bereich der Tagesstruktur geschaffen.

Seit 1908 ist das St. Antoniusheim, gelegen in einer typisch münsterländischen Parklandschaft, eine renommierte Einrichtung der stationären Wohnungslosenhilfe. Schon immer ist das St. Antoniusheim für viele Menschen ein dauerhaftes Zuhause gewesen. Dieses schließt auch die Zeit des letzten Lebensabschnittes ein.
Schon früh wurde innerhalb des St. Antoniusheimes ein Bereich für ältere Mitbürger und Pflegebedürftige geschaffen.Da diese Zahl stetig zunahm und die eigenen Ansprüche an die Pflege stiegen wurde angrenzend an das Gebäude des St. Antoniusheimes 1981 das erste Alten- und Pflegeheim eröffnet.
Gestiegene Anforderungen an die Ausstattung und räumliche Situation von Altenpflegeheimen ließen Überlegungen entstehen das Pflegeheim erneut räumlich zu verändern.

2003 wurde das neue Gebäude eingeweiht, es hält 64 Betten in 46 Einzelzimmern und 9 Doppelzimmern vor, eine Kapelle, eine Pforte, einen Speisesaal, Cafeteria, Physiotherapieraum, Aufbahrungsraum und einen Kiosk.

14 Betten verblieben im bisherigen Gebäude, sie wurden aber umfangreich saniert.
In der heutigen Zeit zeigt sich das Pflegeheim als ein modernes Altenpflegeheim für Frauen, Männer und Paare mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten.

  • Antoniusheim
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  • Arbeiterkolonie
 Antoniusheim St. Antoniusheim Arbeiterkolonie

Im Rahmen der Betreuung der Wohnungslosen Menschen wurde bereits 1948 im Haus Maria Veen durch den Träger, den Verein für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen ein Altenheim mit 100 Heimplätzen in Verbindung mit einem Flüchtlingskrankenhaus eingeweiht. Zunächst wurde die Versorgung durch die aus Breslau vertriebenen Elisabehtinnerinnen Ordensschwestern sichergestellt. Durch die Flüchtlingssituation fanden auf zwei Stationen Frauen ein Unterkunft im Heidehof.
1995 wurde das neue Altenpflegeheim „Haus Jakobus“ fertig gestellt. Beim Umzug befanden sich nur noch 5 Frauen im Altenheim. Diese Situation änderte sich erst bei Einführung der Pflegeversicherung, nun fanden auch Frauen und Männer aus der näheren Umgebung ein neues Zuhause im Altenpflegeheim. Bis zum Umzug in das neue Haus waren vornehmlich Männer aus den stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe“ Bewohner im Altenpflegeheim.

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 Eingangsbereich vom Haus Jakobus.
 

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