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Die nächsten Termine des Heimatverein

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„50 Jahre Gemeinde Reken“

Mit diesem Thema beschäftigten sich die Besucher des Proaloawends des Heimatvereins Reken am vergangenen Montagabend im Heimathaus Uphave. Vorstandsmitglied Raimund Wolter berichtete in seinem Vortrag von einem historischen Datum für den gesamten Rekener Raum: dem 1. Juli 1969. Just zu diesem Zeitpunkt hörten die damals noch selbständigen Gemeinden Groß Reken, Klein Reken und Hülsten auf zu existieren. Freiwillig hatten sie sich vor dem Hintergrund der kommunalen Neugliederung in Nordrhein Westfalen zu einer neuen Großgemeinde zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde erhielt den Namen „Reken“.

Gemeinderat Groß Reken 1969die letzten Mitglieder des scheidenden Gemeinderates Groß Reken mit Vertretern der Verwaltung 1969. Vordere Reihe, Vierter von links: Bürgermeister Hermann Sicking; rechts daneben: Amtsdirektor Hermann Bollwerk.

Gerade diese Namensgebung sollte im Vorfeld der seinerzeitigen Verhandlungen über den gemeinsamen Gebietsänderungsvertrag viel Zündstoff enthalten. Wollte die Gemeinde Groß Reken diesen Namen für das neue, größere Gemeindegebiet erhalten wissen, war die Gemeinde Klein Reken damit nicht einverstanden. Raimund Wolter zeigte hierzu eine von einem Klein Rekener Gymnasiallehrer (Oberstudienrat Seyer) angefertigte Handskizze (Karikatur), in der zwei Vertreter der jeweils rivalisierenden Orte mit den Namensschildern „Groß Reken“ und „Klein Reken“ aufeinander losdreschen, wobei am Ende der Schlacht dann das Wort „Reken“ übrig bleibt. So entschied letztlich auch die Landesregierung Nordrhein Westfalen.

Übrigens in der Zeit von Anfang Juli 1969 bis zur ersten Sitzung des neugewählten Gemeinderates „Reken“ (November 1969) war der Landwirt Hermann Sicking aus dem Holtendorf der mächtigste Mann der neuen Großgemeinde. Als ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Groß Reken und als noch amtierender Amtsbürger-meister des Amtes Heiden-Reken hatte ihm die Landesregierung den Titel „Beauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen für die Wahrnehmung der Aufgaben des Rates der Gemeinde Reken“ verliehen. Nur seine Stimme zählte in dieser Zeit; die kommunalpolitische Arbeit in der Übergangszeit basierte auf „einsame Beschlüsse“ und fiel im wahrsten Sinne des Wortes immer „einstimmig“ aus.

002Der erste Bürgermeister der damals neuen „Großgemeinde Reken“, Hermann Illerhues, der Ende November 1969 nach der Kommunalwahl sein Amt antrat.

 

Nach der Kommunalwahl wurde dann Hermann Illerhues Ende November 1969 der erste Bürgermeister der neuen Gemeinde Reken. Übrigens hatte sich zu diesem Zeitpunkt die Parteienlandschaft auf Kommunalebene geändert. Erstmals betrat die eine „Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG)“ die politische Bühne. Von den damals 27 Ratssitzen heimste die neue Partei sofort 11 Sitze ein. Die übrigen Sitze verteilten sich auf CDU (12) und SPD (4). Hermann Illerhues, der bereits von 1948 bis 1961 Bürgermeister der damaligen Gemeinde Groß Reken gewesen war, gehörte 1969 der UWG an.

Im Vereinsleben hatte die kommunale Neugliederung zunächst keinen Einfluss. Die bestehenden Vereine in Hülsten und Klein Reken blieben seinerzeit unter ihren traditionellen Namen bestehen. Beim Heimatverein allerdings gab es eine Veränderung: Wegen des Fehlens von Heimatvereinen in Klein Reken und Hülsten nannte sich der Heimatverein Groß Reken fortan nur noch „Heimatverein Reken“, ohne das es hierzu eines speziellen Beschlusses durch die Vereinsmitglieder bedurft hätte. Später entstanden mit der TSG Reken, der DLRG Reken und dem Volleyball-Club „VC Reken“ die ersten Vereine, die auf eine Ortsteilzuordnung verzichteten.

Die kommunale Neugliederung, so erfuhren die Proaloawendbesucher, war seinerzeit durch das Innenministerium Nordrhein-Westfalens eingeleitet worden, um durch größere Gebietseinheiten die Leistungsfähigkeit in der Region zu steigern, die Landesgelder besser und gezielter verteilen und durch größere Verwaltungen die jeweilige Spezialisierung verbessern zu können. Raimund Wolter: „Die kommunale Neugliederung war praktisch der Gegenentwurf zur Kirchturmspolitik.“

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